Montag, 29. Dezember 2014



Herzlich willkommen bei der Tote-Tage-Tour!

 


Ja, genau, die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr. Der Schriftsteller Marcus Sedgwick bezeichnet sie als „Tage, an denen die Türen zwischen unserer Welt und jener unsichtbaren, die gleich darunter liegt, geöffnet wird. Tage, an denen Phantasie und Wirklichkeit zusammentreffen.“ Klingt ja auch viel besser als: „Die Zeit, in der wir randvoll mit Lebkuchen und Schokolade in Halbtrance durch die Feiertage taumeln.“ In jedem Fall ist es eine Zeit des „Dazwischen“ - zwischen Gestern und Neuanfang und manchmal auch zwischen Gedanken und Projekten. Und damit die perfekte Zeit für einen Zwischenfunk aus dem Autorenleben!

Hier in Bayern nennt man die Advents- und Weihnachtszeit auch die „stade (stille) Zeit“ – aber mal ehrlich, wer das erfunden hat, der hat sich noch nie im Vorweihnachtsstress befunden. Egal, wo man im Dezember hinkommt, überall hasten die Leute umher, hetzen von Geschäft zu Geschäft und von Termin zu Termin, um ja noch vor den Feiertagen alles erledigt zu bekommen – dazwischen noch ein paar Weihnachtsfeiern reingeschoben und mal schnell 5 Minuten einen „gemütlichen“ Glühwein mit Freunden. Es ist, als gäbe es kein nächstes Jahr mehr.

Dann noch schnell Weihnachten hinter sich bringen, mit der üblichen Verwandtenrallye, und dann – wenn man nach den Feiertagen endlich wieder auf seinem Sofa gelandet ist – verfällt man in so eine Art nachweihnachtliche Starre. Die toten Tage sind da.

Dieses Jahr habe ich es zum ersten Mal seit vielen Jahren geschafft, den Dezember ein wenig entspannter anzugehen, als sonst. Die Feiertage waren gemütlich und stressfrei und gerade habe ich das Gefühl, dass sich die Welt um mich herum in einer Art Winterschlaf befindet (vermutlich ist es nur ein langgezogenes nachfeiertägliches Verdauungsschläfchen), aus der sie erst im Januar wieder erwacht.

Ich mag diese Zeit „zwischen den Jahren“, in der kaum jemand zu erreichen ist und man sich deshalb keine Gedanken über Termine machen muss. Es ist ruhig und gemütlich. Genau die richtige Zeit, um ein paar neue Ideen auszubrüten oder schon bestehende wachsen zu lassen. Das sind die Tage, in denen ich in Ruhe über neue Projekte nachdenken kann, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, weil ich doch eigentlich am aktuellen Projekt arbeiten sollte. In dieser Zeit entstehen bei mir häufig Ideen zu Geschichten, an denen ich als nächstes arbeiten möchte. So ist es auch dieses Jahr. Ich amüsiere mich gerade mit ein paar ziemlich schrägen Typen, die über ein paar noch schrägere Fähigkeiten verfügen. Superhelden? Ja, aber sie würden sich nie so nennen oder gar so benehmen. Ausgearbeitet wird die Idee dann nach dem 6. Januar, wenn der Stillstand ein Ende hat, das Leben wieder Fahrt aufnimmt und auch ich aus meinem Feiertagsschlaf erwacht bin.

PS: Mein persönlicher Tipp für die Toten Tage?
Gemütlich machen, Tee trinken (oder welche Getränke ihr eben mögt), Buch lesen oder Film schauen und es sich einfach mal gutgehen lassen. Die Hektik des Alltags ist schnell genug wieder da. Also haut rein und tut euch einfach mal selbst etwas Gutes!
Halte ich mich an meinen eigenen Tipp? Jaaaaa! Ich lese gerade „Der Seidenspinner“ von J.K. „Robert Galbraith“ Rowling und an den Abenden schaue ich mir gruselige Filme an.

Rutscht gut ins Neue Jahr!

Aber bevor es so weit ist, schaut die Tote-Tage-Tour noch bei ein paar anderen Autoren-Kollegen vorbei – das solltet ihr nicht verpassen!

Morgen geht es weiter mit Tom Finn.